Sonntag, 12. November 2017

Sich aus Liebe trennen!




Eine gelingende Beziehung wird immer mit der lebenslangen Liebe gleichgesetzt. Von einer gelingenden Beziehung kann aber auch dann sprechen, wenn es dem Paar gelingt sich in Liebe zu trennen, wenn es spürt, dass es gemeinsam nicht mehr geht.  

Zu oft verharren Paare beieinander, bis die Konflikte und Demütigungen so massiv werden, dass auch eine gute Trennung nicht mehr möglich ist. Nach einer solchen Trennung bestimmt oft gegenseitiger abgrundtiefer Hass das weitere Leben. Natürlich kann man sich zukünftig einfach aus dem Weg gehen. Das ist aber nur möglich, wenn keine gemeinsamen Kinder da sind. Besonders tragisch sind oft Beziehungen, in denen ein Paar nur wegen den Kindern beisammen geblieben ist und sich trennt, wenn die Kinder aus dem Gröbsten raus sind. Zuerst erleben die Kinder über Jahre eine Beziehung die nicht mehr funktioniert, dann zwei getrennte Elternteile, welche sich via Anwälte das Leben schwer machen, sich aber in Hass verbunden bleiben müssen. Die Kinder erleben sich in diesen beiden elterlichen Beziehungsphasen als ein zentraler Grund für all die Probleme.

Wegen der Kinder zusammenbleiben ist also ziemlich die schlechteste Idee, die ein Paar haben kann – sich aus Liebe trennen anderseits eine ziemlich gute! Wenn ich als Partner spüre, dass die gemeinsame Zeit vorbei ist, wenn es nicht mehr miteinander geht, wenn mir die Beziehung in ihrer Gesamtheit nicht mehr gut tut, ist es das grösste Geschenk, das ich meinem Partner/meiner Partnerin und vor allem auch den Kindern machen kann, dass wir uns trennen. Wir werden kein Liebes- und kein Ehepaar mehr sein, aber wir können ein gutes und glückliches Elternpaar bleiben. Denn was uns immer verbinden wird, ist die Liebe zu unseren Kindern - und Kinder brauchen liebende aber nicht unbedingt sich liebende Eltern.

Natürlich ist es manchmal bequemer einfach in der Beziehung zu verharren, bis die destruktiven Kräfte von selbst gross genug werden. Oft werden auch Affären bewusst oder unbewusst als Anlass genommen um eine Trennung zu provozieren – um Tatsachen zu schaffen. Fehlender Mut das Scheitern der Liebesbeziehung einzugestehen ist kein guter Umstand für eine gelingende Trennung.
Eine getrennte Beziehung kann dann eine gelingende Beziehung bleiben, wenn der Akt der Trennung sehr bewusst angegangen wird. Die Partner sind in einer solchen Situation sehr gefordert. Einfacher geht es, wenn sie sich Hilfe von aussen holen. 

www.zeller-baumeler.ch
www.werkraum-mediation.ch

Dienstag, 31. Oktober 2017

Irgendwann sind alle Kompromisse gemacht





Kompromisse führen nicht zu nachhaltigen Lösungen, sondern leiten uns in eine Sackgasse an deren Ende unsere Forderungen unverrückbar aufeinanderprallen.

Ein Kompromiss ist die Lösung eines Konfliktes durch gegenseitige freiwillige Übereinkunft, unter beiderseitigem Verzicht auf Teile der jeweils gestellten Forderung (Wikipedia).
Das entscheidende Wort beim Kompromiss ist Verzicht. Jedes Mal wenn ich einen Kompromiss schliesse, verzichte ich auf etwas. Nicht nur ich verzichte, auch meine Gegenpartei verzichtet. Diesen Verzicht werde ich solange verschmerzen können, solange mein Interesse an einer Sache grösser ist als der Verlust den ich durch den Kompromiss erleide.
Früher oder später kommt unvermeidlich der Moment wo die Verluste meine Interessen übersteigen – spätestens in diesem Moment sind alle möglichen Kompromisse gemacht. Ab jetzt werde ich auf meinen Maximalforderungen bestehen. Auch die Gegenpartei wird ihre Maximalforderungen auf den Tisch legen.
Eine wirkliche Problemlösung darf sich nicht darauf einlassen Kompromisse zu machen.

Schlüssel zu wirklichen Lösungen ist die Offenbarung der eigenen Bedürfnisse. Hinter jeder Forderung steckt ein tiefes Bedürfnis nach...
-          Autonomie
-          Gesundheit/Wohlbefinden
-          Integrität/Stimmigkeit
-          Sicherheit
-          Kontakt
-          Entspannung
-          Spiritualität
-          Sinn/Bedeutung

Wenn ich mich mit meinen Bedürfnissen wahrgenommen fühle, eröffnen sich auf einmal ganz neue Wege Konflikte zu lösen. Ich muss mit der Gegenpartei nicht mehr um meine Forderungen streiten, sondern wir können gegenseitig Wege suchen, wie wir gemeinsam unsere Bedürfnisse befriedigen können ohne dass jemand einen Kompromiss machen muss.

Mediation hilft solche Prozesse in Gang zu bringen – in der Paarbeziehung, in der Familie, an der Arbeitsstelle, unter Nachbarn, in der Gemeinde. Dabei spielt es keine Rolle ob zwei Menschen daran beteiligt sind oder zweitausend.

zeller-baumeler.ch    werkraum-mediation.ch

Montag, 9. Oktober 2017

Kinder brauchen Eltern die miteinander reden!




Eine Scheidung wird dann wirklich anspruchsvoll, wenn das Paar gemeinsame Kinder hat. Ohne solche können die finanziellen Angelegenheiten geklärt werden, man kann sich trennen und einander in Zukunft aus dem Weg gehen.
Bei gemeinsamen Kindern bleibt sich Mutter und Vater als Eltern eng verbunden, ob sie das wollen oder nicht. Wer in einer solchen Situation den Kindern ein wirklich grosses Geschenk machen will, der schaut, dass diese Elternrolle weiterhin gemeinsam positiv gelebt wird. 

Leider passiert es immer wieder, dass die Kinder dazu missbraucht werden den Partner zu demütigen. Darunter leidet der Partner, darunter leiden aber in erster Linie die Kinder. Wer vor den Kindern schlecht über den Ex-Partner/die Ex-Partnerin spricht, betreibt emotionalen Kindsmissbrauch. Das Kind befindet sich in einem Loyalitätskonflikt. Eigentlich liebt es beide Elternteile, darf dies aber nicht zeigen. Psychische Auffälligkeiten und Probleme in der Schule können die Folge davon sein.
Ich möchte nur das Beste für meine Kinder! Wer diesen Satz bestätigen will, kommt nicht umhin sich bereits während der Partnerschaft und ganz besonders in einer Trennungs- und Scheidungsphase ganz bewusst mit dem gemeinsamen Umgang mit den Kindern auseinanderzusetzen. 

Dies fordert jedes Paar heraus, denn eigentlich möchte man mit dem Ex-Partner/der Ex-Partnerin möglichst nichts mehr zu tun haben.
Hilfe bietet in einer solchen Situation ein Paarcoaching oder eine Mediation, denn allein ist man mit der Situation zu häufig überfordert.